Eintauchen in eine neue Welt
Stefan „Bogi“ Grundner, große Nachwuchshoffnung des HSV Ohlicher Saalfelden, ist von seinem vierwöchigen Trainingsaufenthalt im Mutterland des Tischtennis wieder daheim.
Nach dem Aufstieg der Saalfeldner Tischtennisspieler in die Staatsliga B, erfüllte sich Stefan seinen großen Traum und trat zusammen mit drei Jugendspielern aus Niederösterreich die Reise ins Reich der Mitte an. Ermöglicht wurde dieses Trainingslager Kosten ca. 2000 €) durch das Sponsoring der Generali Versicherung, einem Zuschuss des Vereines und vor allem der Familie. Allein die Reise war schon ein Erlebnis der besonderen Art. Nach einem 11-stündigen Flug nach Peking, ging die Reise per Taxi (Fahrzeit ca. 2 Stunden; Fahrstil rasant und ohne erkennbare Regeln) weiter nach Zhen Ding, dem Trainingszentrum für den chinesischen Nachwuchs. Zhen Ding ist ein Städtchen mit ca. 50000 Einwohnern; das Trainingsgelände ist eingezäunt und streng bewacht; es besteht aus drei Hallen; eine mit 60 Tischen die beiden kleineren mit 35 (nur für Mädchen mit weiblichen Trainern) und 25 (für die 6 -10 jährigen Kinder) Tischen und den dazugehörigen Unterkünften. Die Organisation vor Ort war hervorragend, die Leute äußerst freundlich, man konnte sich auch außerhalb des Camps sicher fühlen, lediglich die Verständigung klappte nur mit Händen und Füßen; außer dem Reiseleiter vor Ort Yu Bin (ehemaliger russischer und polnischer Nationaltrainer) sprach kaum jemand englisch. Es leben und trainieren dort, außer den ausländischen Trainingsgästen, ca. 200 chinesische Nachwuchssportler die im Alter von 6-7 Jahren aufgenommen werden und bis zum 18. Lebensjahr dort bleiben; dabei haben sie im Jahr jeweils 15 freie Tage, ansonsten jeden Tag Training; sie haben in dieser Zeit kaum die Möglichkeit ihre Familien zu sehen, für die es aber eine sehr große Ehre darstellt, wenn eines ihrer Kinder aufgenommen wird. Der Tagesablauf ist immer der gleiche: Frühstück um 7.00 Uhr (immer Reis meist mit Gemüse), anschließend um 8.30 Trainingsbeginn: Aufstellen in einer Reihe dann Reinigen der Tische und des Hallenbodens und das vor jedem Training und anschließend hartes Training bis Mittag, duschen, Mittagessen, Pause bis 14.30 dann von 15 -18 Uhr wieder schweißtreibendes Training; Abendessen und anschließend ein eineinhalbstündiges freies Training oder Kraftkammer. Dass man nach so einem Trainingstag hundsmüde ins Bett fällt verwundert nicht. Für die Österreicher gab es auch den einen oder anderen Ausflug, unter anderem zur großen Mauer auch ein Besuch des Tischtennismuseums stand auf dem Programm.
Tischtennis ist in China Volkssport Nummer eins, so gibt es einen eigenen Fernsehkanal, wo rund um die Uhr nur Tischtennis gezeigt wird. Die Spieler und Trainer genießen hohes Prestige und sind auch finanziell wesentlich besser gestellt als die Durchschittsbürger. So kehrte Stefan mit einer Fülle von neuen Eindrücken und sportlich stark verbessert zurück. |
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